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„Die Unterschiede könnten nicht schöner sein“

Interview mit Peter Anterist, Geschäftsführer von InterGest Worldwide, im Magazin Asia Bridge, Ausgabe 2/22, S. 46

Vorwort von Peter Anterist zum Interview

Südost-Asien war für mich schon ein Sehnsuchtsziel, als ich noch als Schüler im kalten Schwarzwald saß. Die Bilder von schwimmenden Märkten, goldenen Pagoden und schier endlosen Sandstränden zogen mich sofort in ihren Bann. Heute, über 30 Jahre nach meiner ersten Busfahrt von Bangkok nach Chiang-Rai, hat die Gegend nichts an seiner Faszination eingebüßt.  

Interview in Asia Bridge

Prof. Peter Anterist weiß um das immense ökonomische Potenzial, das in manchen Ländern Asiens schlummert. Gesellschaftlich ist der vielreisende Geschäftsmann besonders davon angetan, dass die Asiaten in keine Schublade passen und immer wieder für Überraschungen gut sind.   

Das erste Mal in Asien war ich ...

1989, als ich mit 21 Jahren meine erste Reise nach Thailand unternommen habe. Mit meiner damaligen Freundin und zwei Freunden sind wir von Bangkok mit dem Bus bis nach Chiang-Rai und an die laotische Grenze gefahren. Während dieser Reise lernte ich Asien zu lieben – ein unvergessliches Ereignis.

Anders, als ich erwartet hätte, ...

fiel mir der Umgang mit der originalen thailändischen Küche zunächst schwer. Denn dieses Essen hatte sehr wenig mit dem zu tun, was ich zuvor in Deutschland gegessen hatte. Alles war brutal scharf und die Hygiene war Ende der 1980er Jahre wahrlich rückständig. Inzwischen bin ich als „Farang“ aber bestens trainiert und mein Konsum von „Prik Nam Pla“, einer thailändischen Würzsauce aus Chilis und Fischsauce, kann es mit den Thais ganz gut aufnehmen.

Am meisten verändert hat sich seit damals ...

die Unbekümmertheit der Thais, die auf mich fast kindlich wirkten. Vor allem in den Metropolen ist dies deutlich weniger zu beobachten, finde ich. In den 1990ern sagte mir mal ein Thai über Thailand, es sei „a country without parental supervision“, ein Land ohne elterliche Führung. Diese Entwicklung hat in den vergangenen Jahren nochmal deutlich angezogen, was wohl vor allem der politischen und gesellschaftlichen Situation geschuldet ist.

In das größte Fettnäpfchen getreten bin ich, ...

als ich 2004 meine Gastprofessur an der CUFE-Universität in Beijing antrat und eine erste Vorlesung zum Thema „Internationales Management“ abhielt. Hier ging es unter anderem um Beispiele erfolgreicher Internationalisierungen von chinesischen Unternehmen, die aber damals in „Mainland China“ nur sehr sporadisch zu finden waren. Aus diesem Grund richtete ich meinen Fokus auf Hong Kong und – schlimmer – auf Taiwan und ging dabei auch auf die erfolgreiche staatliche taiwanesische Wirtschaftsförderung ein. Meine Gastprofessur durfte ich trotzdem behalten und habe sie noch heute.

An Asien schätze ich besonders, ...

wie unglaublich abwechslungsreich dieser Kontinent ist. Es sind ja nicht nur Bangkok, Shanghai und Singapur, die für Wachstum, Urbanismus und internationale Geschäfte stehen. Asien ist so viel mehr: von Mumbai bis Palawan und von Beijing bis Bali könnten die Unterschiede nicht größer und schöner sein.

Wenn ich in Asien bin, bin ich am liebsten ...

in einem lokalen Restaurant ohne Touristen, esse das, was man da so isst, und lasse mich von immer neuen Aromen begeistern.

Asien-Reisende sollten …

offen für Neues sein und niemals glauben, sie wüssten schon alles oder hätten Asien tatsächlich in seinem ganzen Umfang verstanden.

Kennenlernen würde ich gern einmal …

das Land Bhutan. Ich habe viel davon gehört und gelesen, bin aber leider noch nie dort gewesen.


Hintergrund: Asia Bridge ist ein deutschsprachiges Fachmagazin für Trends, Analysen und Strategien für das Asiengeschäft, mehr Infos unter: www.asia-bridge.de

 

WER IN EIN FREMDES LAND
GEHT, MUSS SICH DORT IN

SPRACHE UND MENTALITÄT
ANPASSEN,
UM ALS
LOKALER ANBIETER
ANGESEHEN ZU WERDEN.